100 Jahre Musikverein · 1925-2025

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2025-06 Interview mit Dr. Christoph gutjahr und oliver bickel

Der Musikverein Freudenstein feiert 2025 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Im Juni 2025 führte das MVF-Team Öffentlichkeitsarbeit ein Gespräch mit Dr. Christoph Gutjahr (1. Vorsitzender) und Oliver Bickel (musikalischer Leiter) darüber, was so ein Vereinsjubiläum in der heutigen Zeit bedeutet.

Frage:
Der Musikverein Freudenstein wird 100 – und kein mehrtägiges Event? Kein Kreismusikfest? Kein Festumzug? Beim 75-jährigen Jubiläum stand das alles noch auf dem Programm.

Dr. Christoph Gutjahr:
Mit voller Absicht und nach einer entsprechenden Diskussion im Vorstand haben wir uns dazu entschlossen, das Jubiläum das ganze Jahr über zu feiern und nicht nur an 3 Tagen. Das haben wir übrigens auch schon 2015 beim 90ig jährigen Jubiläum so gemacht.

Frage:
Der Musikverein hat ja auch in Vereinsjahren ohne Jubiläum immer ein straffes Veranstaltungsprogramm?

Dr. Christoph Gutjahr:
Ja, wir haben im Aktivenorchester jedes Jahr unser Konzert am Karfreitag und unser Silvesterkonzert. Und unsere Jugend hat das „Jugend in Concert“ und die „Jugendweihnachtsfeier“, die dieses Jahr übrigens erstmals als „Jugendwinterkonzert“ im Februar veranstaltet wurde. Wir machen Freizeiten und Probewochenenden und Musizierstunden und absolvieren Auftritte in unseren Heimatgemeinden Knittlingen/Freudenstein und Sternenfels/Diefenbach. Sehr gerne sind wir auch jedes Jahr in Ölbronn auf dem Erntedankfest dabei.

Frage:
Herr Bickel, Sie sind seit 1.1.2024 musikalischer Leiter des Musikvereins Freudenstein. Welche speziellen „Jubiläumsveranstaltungen“ gibt es?

Oliver Bickel:
Als ich am 1.1.2024 offiziell in Freudenstein den Taktstock übernommen habe, war die Diskussion im Verein, was wir zum 100-jährigen Jubiläum machen könnten, schon in vollem Gange. Ich stamme aus Dürrn und kenne den MVF und viele seiner Mitglieder teilweise schon sehr lange. Deshalb hatte ich auch vor meinem offiziellen Amtsantritt schon von der ein oder andere Idee gehört. Wir organisieren zum Beispiel ein Wiedereinsteigerprojektorchester, welches schon seit Herbst 2024 probt und seinen ersten Auftritt am 30.4.2025 auf unserem Maifest hatte. Wir sind am 8. Februar mit einem Festakt offiziell ins Jubiläumsjahr gestartet. Nach dem Konzert am Karfreitag und dem Freudensteiner Maifest haben wir erst vor kurzem das Bundesmusikfest in Ulm/Neu-Ulm besucht und dort auch an einem Wertungsspiel teilgenommen. Am 12. Juli laden wir nach längerer Pause wieder zum Klingenden Dorf nach Diefenbach ein und am 8. November bekommen wir Musiker, und natürlich unsere Zuhörer, ein ganz besonderes Jubiläumsgeschenk: Der MVF richtet ein Konzert des Landesblasorchesters Baden-Württemberg mit vorausgehender Lehrprobe aus. Unser Schlagzeug-Registerführer und Jugenddirigent Michael Schöner ist ja schon lange Jahre Mitglied im LBO und da war es naheliegend zum Jubiläum auch endlich mal ein LBO-Konzert auszurichten.

Frage:
Das ist ein straffes Programm – ziehen da die MusikerInnen alle mit?

Oliver Bickel:
Ja, das klappt ganz gut. Natürlich sind nicht immer alle da, aber das klappt schon.

Frage:
Und wie steht es um das Engagement der fördernden Mitglieder. Viele Verein tun sich ja schwer zum Beispiel für eigene Veranstaltungen genügend HelferInnen zu finden.

Dr. Christoph Gutjahr:
Ja, die Helfersuche ist immer eine große Herausforderung. Wir haben Gott sei Dank ein starkes „Team Wirtschaft“ unter Leitung unseres Patrick Hildwein, welches unsere Veranstaltungen organisiert und sich auch um die Helfergewinnung kümmert. Aber natürlich haben wir auch ein Rückgrat an zuverlässigen HelferInnen, die bei Bedarf auch mehrmals im Jahr unterstützen. Und viele MusikerInnen sind auch schon ganz erfahrene Festköche und Bierzapfer. Viele unserer Jungmusiker helfen z.B. beim Maifest und beim Kunsthandwerkermarkt beim Abräumen der Tische und bei einer der nächsten Veranstaltungen werden Mitglieder der Dorfjugend 22 e.V. aus Knittlingen helfen – wir haben dafür im letzten Jahr auf einer Dorfjugend 22 – Veranstaltung gespielt.

Frage:
„Jugend“ ist ein Stichwort. Das Aktivenorchester des Musikvereins fällt immer wieder durch die vielen jungen MusikerInnen in seinen Reihen auf.

Oliver Bickel:
Unser Aktivenorchester hat einen gefühlt eher niedrigen Altersdurchschnitt, wobei ich jetzt gar nicht sagen könnte, wie unser Altersdurchschnitt konkret ist. Aber natürlich liegt die Zukunft eines Vereins in der Jugend. Aber ohne „Alte“ geht es halt auch nicht. Die Jungen sind nach der Schule oft erst mal weg, wegen Ausbildung oder Studium. Die Zeiten, wo Ausbildung und Studium fast immer in der Nähe der heimischen Scholle erfolgte, sind vorbei. Und wir sind schon froh, wenn jemand in der Nähe studiert und dann zumindest ab und zu an Proben und Auftritten teilnehmen kann und die Verbindung zum aktiven Musizieren und zum Musikverein nicht ganz verliert. Deshalb sind die „Alten“ wichtig. Ohne MusikerInnen im mittleren Erwachsenenalter und älter funktioniert das Aktivenorchester nicht.

Dr. Christoph Gutjahr:
Unser Ziel ist es, jedem Kind in unserem Einzugsbereich zu ermöglichen, aktives Musizieren selbst kennen zu lernen. Dafür bieten wir eine musikalische Grundausbildung mit musikalischer Früherziehung und Blockflöten an. In Kooperationen mit den Grundschulen unserer Heimatgemeinden betreiben wir Bläserklassenprojekte. Hier haben die Kinder die Möglichkeit auszuprobieren, wie das Selber-Musik-Machen so ist und ob es einem Kind gefällt. Die Kinder wissen danach schon ganz gut, ob sie lieber ein Blasinstrument spielen wollen – idealerweise natürlich beim MVF – oder doch lieber ein anderes Instrument. Manche Kinder entscheiden sich für das Singen oder für den Sport. Zurzeit betreut der Musikverein in den Bläserklassenkooperationen unter Leitung von Britta Renz, Rainer Falk und Elisabeth Schurmann ca. 95 Kinder.

Frage:
Wie bewältigt der Musikverein die Betreuung und Ausbildung dieser vielen Kinder?

Oliver Bickel:
Wir haben glücklicherweise einige MusiklehrerInnen in unseren Reihen, die sich mit ihrem Fachwissen in ihrer Freizeit in unsere Vereinsarbeit einbringen. Das ist natürlich ein Glücksfall. Auch haben wir Mitglieder, die LehrerInnen in anderen Fachrichtungen oder ErzieherInnen sind. Und wir fördern die Teilnahme unserer JungmusikerInnen an den Ausbildungsangeboten des Blasmusikverbandes. Und wir haben Ausbilder mit langjähriger Erfahrung, die sich nach wie vor stark in der Ausbildung engagieren.

Dr. Christoph Gutjahr:
Aber einfach ist das nicht. Wir sind froh und dankbar, dass sich so viele Mitglieder in der Jugendausbildung und in der Jugendbetreuung engagieren. Da geht es ja nicht nur um die konkrete musikalische Ausbildung, sondern auch um die Organisation des Ganzen. Unser Team Jugend unter Leitung von Annika Epple und unser Team Finanzen unter Leitung von Marius Kornherr macht da insgesamt einen super Job.

Frage:
2026 startet der Anspruch auf Ganztagesbetreuung in der Grundschule – plant der Musikverein Freudenstein hier aktiv zu werden? Ggf. in welcher Form?

Dr. Christoph Gutjahr:
Stand heute sehen wir keine Möglichkeit, wie wir als Verein im Rahmen der Ganztagesbetreuung aktiv werden könnten. Es braucht dafür Menschen mit Tagesfreizeit und es braucht im Bedarfsfall, Menschen mit Tagesfreizeit, die die Vertretung übernehmen. Diese Menschen haben selbst wir, mit unserer aktuell glücklicherweise guten Verfügbarkeit von Mitgliedern mit einer entsprechenden Qualifikation, nicht. Wir betreuen insbesondere in den Bläserklassen natürlich auch heute schon Kinder während der Schulzeiten – aber wenn ein Betreuer einmal nicht kann, werden ausgefallene Zeiten zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt. Wir haben nicht genügend Mitglieder, die im konkreten Zeitraum Vertretung machen könnten. Und wir sehen auch keine Möglichkeit, das mittelfristig zu organisieren.

Frage:
In welcher Hinsicht ist ein Vereinsjubiläum heute noch ein wichtiges Datum für einen Verein?

Dr. Christoph Gutjahr:
So ein Jubiläum reißt einen Verein aus dem „normalen“ Vereinsalltag. Wir versuchen im MVF zwar immer, unabhängig von irgendwelchen Jubiläen, Aktivitäten und Veranstaltungen zusätzlich zu den „normalen“ Veranstaltungen und Aktivitäten anzubieten – aber es ist einfach so: Schnell ist das Jahr vorbei und der Verein ist so mit der Organisation und Aufrechterhaltung des Regelangebots beschäftigt, dass wieder keine Zeit geblieben ist, irgendetwas von den vielen Ideen, die man hat, auch konkret umzusetzen.

Oliver Bickel:
Außerdem stärkt so ein Jubiläum das Bewusstsein für die Geschichte und Wurzeln des Vereins. Wie viele Männer und Frauen in den letzten 100 Jahren im Verein aktiv waren, neue Ideen in den Verein einbrachten und mutig auch neue Wege gegangen sind. Ich habe da in unserem Festakt am 8.Februar mit großem Interesse die Präsentation zur Vereinsgeschichte verfolgt.

Frage:
Der Festakt am 8. Februar war eine sehr gelungene Veranstaltung. Es wurde auch die digitalisierte Vereinschronik vorgestellt. Wie kam es dazu?

Dr. Christoph Gutjahr:
Wir möchten das Vereinsjubiläum nicht nur nutzen, um auf die schöne Vergangenheit zurückzublicken. Vor allen Dingen möchten wir das Jubiläum nutzen, uns konkret und konstruktiv mit der Zukunft des Vereins zu beschäftigen. Was müssen wir heute tun, damit der Verein morgen davon profitieren kann? Welche Weichen müssen wir heute stellen?
Aus diesen Fragestellungen heraus entstand der Gedanke, kein „Festbuch“ zu erstellen, sondern unsere Vereinschronik zu digitalisieren. Unter https://chronik.musikverein-freudenstein.de/ ist jetzt schon viel über die Geschichte des MVF zu erfahren. Wir werden die Chronik hier immer weiter fortschreiben und laufend ergänzen und aktualisieren. Auch hier haben wir wieder das große Glück, mit unserem Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit Lukas Falk, einen Fachmann zu haben, der sich auch beruflich mit Medien beschäftigt.

Oliver Bickel:
Auch die Auswahl der Musikstücke an unseren Jubilumsveranstaltungen spiegelt das wider. Es gibt immer ein bischen „Blick in die Vergangenheit“ – so haben wir auf dem Festakt zum Beispiel die „Regina Ouvertüre“ und auf dem „Konzert zum Karfreitag“ wieder einmal die Ouvertüre zu „Barbier von Sevilla“ gespielt – aber, und das ist das Wichtige: alle anderen Stücke sind MVF-Erstaufführungen. Neu und anspruchsvoll und fordernd für die MusikerInnen – wir probten vor dem Konzert am Karfreitag und vor dem Wertungsspiel am 31.5.2025 auf dem Deutschen Musikfest in Ulm/Neu-Ulm quasi in „Dauerschleife“.

Frage:
Wertungsspiel ist ein Stichwort. Der Musikverein Freudenstein hat 2024 nicht am Wertungsspiel des Kreismusikverbandes teilgenommen, war jetzt aber auf dem Wertungsspielt beim Deutschen Musikfest in Ulm/Neu-Ulm dabei – wie kommt’s?

Oliver Bickel:
Ich habe erst am 1.1.2024 die musikalische Leitung im MVF übernommen, da kam das Wertungsspiel unseres Kreisverbandes im März 2024 einfach zu früh für uns. Aber grundsätzlich sind Wertungsspiele für uns Musikvereine sehr wichtig. Wir kommen so aus der oben schon angesprochenen „Jahresroutine“ raus. Es ist aufregend für alle Beteiligten, die gemeinsamen Proben, die Zusatzproben, die Satzproben fördern den Zusammenhalt und wenn am Wertungsspiel dann das eigene Leistungsvermögen abgerufen werden kann, ist das ein tolles Gefühl.

Dr. Christoph Gutjahr:
Es war für uns der erste Besuch eines Deutschen Musikfestest. Auch hier haben wir ganz bewusst im Jubiläumsjahr die Chance ergriffen, unseren MusikerInnen das Erlebnis der Teilnahme an so einer Großveranstaltung zu ermöglichen. Wir haben ja nicht nur am Wertungsspiel am 31.5.2025 teilgenommen. Unsere MusikerInnen haben nach dem Wertungsspiel und auch noch am darauffolgenden Sonntag auf dem Deutschen Musikfest mitgefeiert. Und unser Team Orchesterverwaltung unter Leitung von Christina Epple hat das alles – den Bus, die Übernachtung, den Überblick behalten, wer wann wohin kommt und dann was braucht – auch ganz hervorragend organisiert.

Frage:
Jetzt müssen Sie uns aber noch sagen, welches Ergebnis auf dem Wertungsspeil erzielt wurde.

Oliver Bickel:
Wir sind in der Kategorie 4 / Oberstufe mit dem Pflichtstück „Don Quixote“ und dem Selbstwahlstück „The Legend of Maracaibo“ angetreten und haben die Bewertung „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ erreicht.

Dr. Christoph Gutjahr:
Darauf sind wir sehr stolz. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen und unserem Dirigenten und unseren MusikerInnen ganz herzlich zu diesem tollen Erfolg zu gratulieren.

Frage:
Dieser Gratulation schließen wir uns gerne an. Wir geht es weiter im Jubiläumsjahr?

Dr. Christoph Gutjahr:
Es ist schon weitergegangen. Einige MusikerInnen sind nämlich direkt nach dem Wertungsspiel nach Hause gefahren, um am Folgetag beim Festumzug zum Fauststadtfest am 1.6.2025 bei der Betreuung der Bläserklassekinder zu helfen. Die BK-4-Kinder haben zusammen mit ihrer Bläserklassenleiterin Britta Renz – die auf dem Wertungsspiel am Vortag noch als 1. Klarinettistin gefordert war – am Festumzug teilgenommen. Und da brauchte es natürlich zusätzliche BetreuerInnen.
Unsere nächste eigene Veranstaltung ist am 12. Juli das „Klingende Dorf“ in Diefenbach, wo auch wieder wirklich alle MusikerInnen, von den Bläserklassen bis zum Aktivenorchester, mitspielen werden. Und am 8.11.2025 freuen wir uns wie gesagt sehr, dass wir in der Gießbachhalle in Diefenbach ein Konzert des Landesblasorchesters Baden-Württemberg ausrichten dürfen, zu dem auch eine Lehrprobe für unser Aktivenorchester mit dem Dirigenten des LBO und einzelnen LBO-Musikern gehört.

Herr Dr. Gutjahr, Herr Bickel, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen und dem Musikverein Freudenstein weiterhin alles Gute.

das vereinsjahr 2025

Das Vereinsjahr 2025 stand ganz im Zeichen des 100-jährigen Vereinsjubiläums

Interview mit Dr. Christoph Gutjahr (1. Vorsitzender) und Oliver Bickel (Dirigent) zum 100-jährigen Vereinsjubliäums

Chronologie des Jahres 2025

6.Januar 2025
„Fotosession“ Aktivenorchester, Jugendorchester, Schülerorchester zum Jubiläumsjahr.
Neue „Jubiläumsvereinskleidung“ für Aktiven-, Jugend-, Schülerorchester

17. Januar 2025
Winterkonzert Jugend- und Schülerorchester

24. Januar 2025
Jugendfilmnacht

8. Februar 2025
Festakt zum 100-jährigen Vereinsjubiläum

4. März 2025
Ausrichtung des „Freudensteiner Kinderfaschings“

8. März 2025
Jahreshauptversammlung
Nach der Jahreshauptversammlung setzte sich die Vereinsführung wie folgt zusammen.

15./16. März 2025
Bläserklassenwochenende in den Räumen der Freien Schule Diefenbach

22. März 2025
Musizierstunde der MVF-Jugend in den Räumen der Freien Schule Diefenbach

18. April 2025
Konzert am Karfreitag

30.April / 1.5.2025
Maibaumstellen der Ortsverwaltung und Maifest des Musikvereins
Erster Auftritt des anläßlich des Vereinsjubiäums organisierten Wiedereinsteigerorchester „100JPO“.

10. Mai 2025
„Jugend in Concert“ in der Weissachtalhalle in Freudenstein

31. Mai / 1. Juni 2025
Teilnahme am Bundesmusikfest in Ulm.
Teilnahme am Wertungsspiel am 31. Mai 2025

1. Juni 2025
Teilnahme der Bläserklassen-4-Kinder am Festzug auf dem Fauststadtfest Knittlingen

14./15. Juni 2025
Bewirtung des Kunsthandwerkermarktes in Diefenbach in der Diefenbacher Kelter.

12. Juli 2025
„Klingendes Dorf“ in der historischen Ortsmitte von Diefenbach
Projektabschluß-Auftritt des anläßlich des Vereinsjubiäums organisierten Wiedereinsteigerorchester „100JPO“.

27. September 2025
Ausrichtung des Tages der Bläserjugend des Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis

8. November 2025
Lehrkonzert mit des Landesblasorchester Baden-Württemberg
Galakonzert des Landesblasorchesters Baden-Württemberg
in der Gießbachhalle in Diefenbach

22. November 2025
Musizierstunde der MVF-Jugend in der Weissachtalhalle in Freudenstein

29./30. November 2025
Teilnahme am Weihnachtsmarkt in Sternenfels

5. Dezember 2025
Weihnachtsfeier der Grundausbildung in der Kirche und Kelter Diefenbach

17. Dezember 2025
Bläserklassenweihnachtsfeier in der Metterhalle (Freie Schule Diefenbach)

21. Dezember 2025
Weihnachtsliederständchen des MVF-Blech-Ensembles bei Mitgliedern in Diefenbach und Sternenfels

24. Dezember 2025
Heilig-Abend-Ständchen der MVF-Jugend in Freudenstein und Hohenklingen

31. Dezember 2025
Silvesterkonzert in der Weissachtalhalle in Freudenstein

Darüber hinaus wurden weitere Auftritte (z.B. auf dem Erntedankfest in Ölbronn oder dem Kelterfestival in Diefenbach) und Ständchen (z.B. bei Jörg Schweizer, Timo Sylvester, Melina und Simon Mayer) gespielt.

6 JungmusikerInnen nahmen am D2/D3-Lehrgang des Kreisverbandes teil.

„Nichtmuskalische“ Aktivitäten wie die Winterwanderung des Aktivenorchesters, der Ausflug nach Tripsdril des Jugend-/Schülerorchester, ein Ausflug der Blockflötenkinder oder der Besuch des Canstatter Wasens waren ebenfalls Teil des Vereinslebens.

Das Team Jugend organisierte das neue Kursangebot ab September 2025 mit Öffentlichkeitsarbeit, Schnupperstunden, Instrumentenvorstellungen, Suche und Gewinnung von LehrerInnen, Organisation von Unterrichtsräumlichkeiten

Zum 31.12.2025 hatte der Musikverein folgenden Mitgliederstand:
471 Mitglieder gesamt
=> davon
190 Fördernde Mitglieder
18 Ehrenmitglieder
263 Aktive Mitglieder
=> davon
210 aktive Mitglieder -> jünger als 18 Jahre
53 aktive Mitglieder -> 18 Jahre und äler

Der Musikverein Freudenstein bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern, die auch im Jahr 2025 den Musikverein großzügig unterstützt haben. In Vertretung seine hier genannt DIEKiste e.V. und die Sparkasse Pforzheim.




Bruno Gießer – Zeitzeuge

Bruno Gießer, musikalischer Leiter des Musikvereins Freudenstein von 1974 bis 2020 und auch heute (2025) noch aktiv im Musikverein Freudenstein als Ausbilder, erinnert sich:

Ich war Trompeter im Stadttheater Pforzheim und dirigierte den Musikverein Dürrn, als Heini Krauß aus Freudenstein auf mich zukam, ob ich nicht Dirigent des Musikvereins Freudenstein werden wolle. Zunächst konnte ich mir das nicht wirklich vorstellen, ich wusste, welche Herausforderung da auf mich zukommen würde. Aber als es in Dürrn zu Missstimmungen zwischen dem Verein und mir kam, hatte ich dann doch Zeit und Lust auf diese Herausforderung.

Für meinen Start in Freudenstein war es nicht schlecht, dass einige Jungmusiker aus Dürrn (u.a. Harry Lüssen, Uwe Jäger, Karl-Heinz Rotzeck, Beate Schlee) mit mir nach Freudenstein gingen, trotzdem waren die ersten Jahre sehr schwer. Es galt zunächst einmal die grundlegende Einstellung der Kapelle zu verändern. Nicht mehr das „irgendwie Musik machen“ war unser Ziel, sondern das „gut und stetig besser Musikmachen“ musste als Ziel in den Köpfen der MusikerInnen verankert werden. Die MusikerInnen mussten verstehen lernen, dass sie nicht „für den Verein“ Musik machen, sondern für sich selbst. Musikmachen ist das Hobby der MusikerInnen und der Verein ermöglicht ihnen, ihrem Hobby nachzugehen. Dieser auf Neudeutsch „Mindchange“ gelingt eher bei jungen Musikern. In Freudenstein wurde 1969 ein „Projekt Jugendkapelle“ gestartet. Auch die jungen Musiker aus diesem Projekt (z.B. Horst Steinhilper, Hans Haberkern, Jürgen Müller und später dann auch Rainer Falk und Klaus Müller) waren wichtige Säulen der musikalischen Weiterentwicklung der Kapelle.

Einen großen Schritt nach vorne machte der Verein als 1979 auf Vorschlag von Helmut Krauß Günter Weber zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde und Herbert Müller sich in der neu geschaffenen Funktion eines „Musikervorstands“ ganz der Organisation und Betreuung des Orchesters widmen konnte. Günter Weber ist von Haus aus kein Musiker, aber er hatte schon Erfahrungen als Erster Vorsitzender des Fußballvereins in Ötisheim gesammelt und wusste als Geschäftsführer wie ein Unternehmen – und ein Verein ist irgendwie ja auch ein „Unternehmen“ – geführt werden muss.

Wir begannen im Musikverein Visionen zu entwickeln.

  • Wir wollten so gut wie und gar besser werden als die Musikvereine Mühlacker und Ölbronn, die damals die musikalisch führenden Vereine in unsere Region waren.
  • Wir wollten die finanziellen Mittel erwirtschaften, um entsprechend in den Verein investieren zu können.
  • Wir wollten den Verein in der öffentlichen Wahrnehmung verankern. Jeder, nicht nur die Einwohner von Freudenstein und Diefenbach, sondern auch die Menschen aus den umliegenden Gemeinden, sollte den Musikverein Freudenstein kennen.
  • Und natürlich wollten wir auch talentierte MusikerInnen aus der Region anziehen. So kam zum Beispiel 1981 Kurt Dahlmann, ein wirklich ganz ausgezeichneter Klarinettist aus Weil der Stadt, nach seinem Umzug nach Knittlingen zu uns in den Verein. Heute (2025) spielt er immer noch im Orchester, ist Ehrenmitglied und Klarinettenausbilder.

Um dies alles nachhaltig umzusetzen, war natürlich unsere wichtigste Aufgabe, in unsere Jugend und in die Jugendausbildung zu investieren. Seit Beginn der 1980er Jahre absolvierten unsere JungmusikerInnen die vom Verband angebotenen D-Lehrgänge. Die talentiertesten unter ihnen absolvierten dann auch noch den C1-, teilweise auch C2- und ab und zu auch den C3 Lehrgang.

Und wir hatten das Glück, dass unser Trompeter Rainer Falk Musik zu seinem Hauptberuf machte und in seiner Freizeit nicht nur seine Persönlichkeit, sondern auch sein fachliches Knowhow in den Musikverein einbrachte.

Gepflegt haben wir auch unser „Netzwerk“. Immer jemanden mit der notwendigen Qualifikation kennen, den man fragen kann – ohne so ein Netzwerk tut sich ein Verein sehr schwer.

Aber – und das haben wir nie vergessen: Ein Verein funktioniert nur, wenn viele mitziehen. Auch bei uns haben nicht immer alle mitgezogen, viele Mitglieder und JungmusikerInnen haben wir auch verloren, aber es waren immer genügend aktive und fördernde Mitglieder bereit, bei der Umsetzung der Projekte und Ideen des Musikvereins mitzuarbeiten. Zwei große Projekte aus den 1980er Jahren waren die Ausrichtung des Kreismusikfestes 1985 anlässlich unseres 60jährigen Jubiläums – erstmals haben wir eine Marschparade veranstaltet – und unsere Mallorca-Reise im Herbst 1986, an der auch viele passive Mitglieder teilgenommen haben.

1989 wurde mit Horst Steinhilper, ein Mitglied der 1969er-Jugendkapelle, zum 1. Vorstand gewählt. Mit ihm an der Vereinsspitze war es weiter möglich, neue Ideen umzusetzen. Es ist nicht immer leicht, Althergebrachtes und Bewährtes und mit vielen schönen Erinnerungen Verbundenes zu Gunsten neuer Ideen und Wege aufzugeben. Aber die Suche nach neuen Ideen und Wegen ist Voraussetzung für das Bestehen und die Weiterentwicklung des Vereins. So waren wir 1997 auf Konzertreise in Norwegen und wir haben ebenfalls 1997 unser erstes „Konzert am Karfreitag“ gespielt. Es war nicht leicht, diesen Konzerttermin umzusetzen – immerhin ist Karfreitag ein hoher christlicher Feiertag. Da gab es durchaus Überzeugungsarbeit zu leisten. 1999 haben wir dann erstmals mit der „Deutschen Messe“ von Schubert ein Doppelkonzert (Karfreitag und Ostermontag) gegeben. Und Anfang der 2000er Jahre haben wir dann 3 OpenAir-Konzerte in Sternenfels auf der Schloßbergwiese vor teilweise über 1.000 Zuhörern gespielt.

Es war immer mein Bestreben Neues in unseren Veranstaltungen zu bieten – ein „0815-Konzert“ welches den Besuchern nichts Überraschendes bietet, wollte ich nie spielen. Hier wurde irgendwann Elke Lang (geb. Wolter) bei der zeitaufwendigen Notenrecherche eine sehr große Unterstützung für mich.

In den 2000er Jahren war dann unser Veranstaltungsformat „Jahresfeier“ nicht mehr zeitgemäß. Wir haben zunächst versucht dieses Veranstaltungsformat mit einem angepassten Konzept als „Opening“ aufrecht zu erhalten, was aber nicht wirklich funktioniert hat. 2009 haben wir das „Opening“ dann letztmals veranstaltet.

2006 hatten wir aber schon mit unserem ersten Silvesterkonzert ein neues Veranstaltungsformat aufgelegt, welches bis heute von den Besuchern sehr gut angenommen wird.

Wir waren bis 2010 auch regelmäßig auf Wertungsspielen. Auch für mich waren die Wertungsspiele immer eine große Herausforderung. Ich erinnere mich daran, dass ich einmal kombiniert einen 2/2 und einen 3/4 Takt zu dirigieren hatte und der Hinweis von unserem Tenorsaxophonisten Dieter Krauß, das könne man ja auch auf Ganze spielen, Gold wert war.

Anfang der 2000er Jahre hat Rainer Falk die Jugendausbildung im Musikverein neu aufgestellt. Wir haben uns am Konzept des Klassenmusizierens orientiert. Auch das war damals neu und innovativ und hat sich als genau die richtige Entscheidung herausgestellt.

Wir haben immer schon, wenn irgend möglich MusikerInnen solistisch spielen lassen. Zu Beginn habe ich selbst solistisch gespielt – die „Alten“ erinnern sich vielleicht noch an „Die Post im Walde“ oder den „Alten Dessauer“ – aber bald hatten wir MusikerInnen im Orchester, die auch solistisch auftreten konnten. Und mit zunehmender musikalischer Qualität im Orchester konnten und haben wir das Ensemblespiel im Verein verankert, um MusikerInnen weiter zu fordern und zu fördern. Die Erfahrung im Ensemble, quasi als „Solist“, bestehen zu können, ein Ensemble auch mal zu leiten, gibt Selbstbewusstsein. Und MusikerInnen mit Selbstbewusstsein spielen immer besser, als sie „eigentlich“ können. Das gibt Motivation und pusht das Leistungsvermögen. Als Lehrer musst Du immer auch ein bisschen Psychologe sein.

Und unter dem Stichwort „Solistisch“ denke ich natürlich sehr, sehr gerne an unsere Konzerte mit der leider schon verstorbenen Pianistin Fumiko Shiraga zurück. Als kleiner Amateurverein hätten wir uns diese Weltklasse-Pianistin (und den dazugehörenden Flügel) eigentlich nicht leisten können. Aber auf Vermittlung unseres Tubisten Hans-Peter Strohhäcker wurden die Auftritte von Fumiko Shiraga und der dafür benötigte Konzert-Flügel von der Firma Yamaha gesponsert. Ein einmaliges Erlebnis für unsere Zuhörer aber auch ein einmaliges Erlebnis für unsere Musiker und mich, mit Fumiko Shiraga zusammen Konzerte spielen zu dürfen.

Die 2010er Jahre waren dann durchaus aufregend.
Ein Ausflug mit Teilnahme an einem Wertungsspiel in die Schweiz hat nicht geklappt, ebenso konnte eine angedachte Reise nach Singapur nicht verwirklicht werden.
Wir hatten ein paar Turbulenzen in der Vereinsleitung, bis sich das 2013 mit der Wahl von Christoph Gutjahr zum 1. Vorsitzenden wieder eingerenkt hat.
Wir haben eine neues Veranstaltungsformat ausprobiert, das „Klingende Dorf“ in Diefenbach und nach derselben Grundidee „Hohen-Klingen“ in Hohenklingen.
2015 haben wir das Kindermusicals „Es war einmal“ von Jan van der Roost aufgeführt, mit Orchester, Kinderchor, Schauspielern, Bühnenbild – das war eine riesige Gemeinschafsleistung aber insbesondere Marianne und Stefan Müller haben im Hintergrund zur Verwirklichung dieses Projektes viel beigetragen.

Und dann kam Corona. Die erste MVF-Veranstaltung, die abgesagt werden musste, war das Konzert am Karfreitag 2020. Das hätte mein letztes Konzert als musikalischer Leiter des MVF sein sollen – offiziell verabschiedet worden bin ich bereits im November 2019 – trotzdem sehr, sehr schade, dass Corona mir ganz zum Schluss noch in die Quere kam.

Die Geschichte von kevin musicus, ina trompete und dem kleinen paul

Ab dem Vorschulalter – Die musikalische Früherziehung

In einem kleinen Dorf, man könnte es Freudenstein, Hohenklingen, Diefenbach, Sternenfels, Knittlingen, Zaisersweiher, Leonbronn oder …. nennen, wohnen Kevin Musicus, Ina Trompete und der kleine Paul. Kevin und Ina sind bereits 5 Jahre alt, der kleine Paul ist erst 4 Jahre alt Das ärgert den kleinen Paul mächtig, denn Kevin und Ina dürfen schon richtige Musik machen – in der Musikalischen Früherziehung des Musikvereins Freudenstein. Sie spielen dort mit Rasseln und Holzblock, mit Trommeln und Glockenspiel. Außerdem wird geklatscht und getanzt. Der kleine Paul nimmt sich fest vor, wenn er groß ist auch mal Musik zu machen, und zwar auf einem ganz groooooßen Instrument!!! Das, welches auch Manuel spielt, den er seit dem letzten Maifest des Musikvereins kennt.

Ab der ersten Grundschulklasse – Blockflötenkinder

Als ein Jahr vorbei ist, wissen Kevin und Ina schon eine ganze Menge über Musik, über Singen Tanzen, Rhythmus und auch schon ein bisschen was über Noten. Kevin freut sich schon auf das Blockflöte spielen. Ina hat aber keine Lust, dieses „blöde Blockflötenspielen“ zu lernen. Der kleine Paul kann das nicht verstehen, denn er freut sich sehr, dass er jetzt endlich auch Musik machen darf. Der kleine Paul ist jetzt nämlich 5 Jahre alt und darf in die Musikalische Früherziehung. Kevin lernt jetzt Blockflöte und erzählt Ina und dem kleinen Paul, dass das ganz toll ist und dass er schon viele Lieder mit der Blockflöte spielen kann. Ina ärgert ich jetzt schon ein bisschen, dass sie das nicht kann. Und der kleine Paul? Der ärgert sich mächtig, dass der Kevin so ein Angeber ist. Aber wenn er selbst mal groß ist, spielt er auf einem ganz grooooßen Instrument. Das, auf dem sein Freund Manuel auf der Jugendweihnachtsfeier des Musikvereins gespielt hat.

Ab der 3. Grundschulklasse – Hauptfachinstrument

Als wieder zwei Jahre vorbei sind, spielt Kevin schön wirklich gut Blockflöte. Das hat auch Tante Beate gesagt, als sie zu Besuch war, und hat Kevin extra 2 Euro für ein Eis gegeben. Ina und der kleine Paul haben von Tante Beate auch 2 Euro bekommen. Obwohl die noch nicht so gut Blockflöte spielen wie Kevin, denn Ina und der kleine Paul lernen das erst seit einem Jahr. Deshalb darf auch nur Kevin schon ein „richtiges“ Instrument lernen. Ina dürfte eigentlich auch schon ein richtiges Instrument lernen, denn Ina kommt mit Kevin zusammen in die dritte Klasse. Aber Ina will lieber noch ein Jahr Blockflöte spielen.

Mit seinen Eltern und natürlich auch mit Ina und dem kleinen Paul geht Kevin zu den Instrumentenvorstellabenden des Musikvereins Freudenstein. Hier darf er alle Instrumente, von der Querflöte bis zur Tuba ausprobieren. Vorgestellt und erklärt werden die Instrumente von Herrn Falk. Der kann auf allen Instrumenten spielen – das will Kevin auch mal können. Außerdem erzählt Herr Falk noch viel von Unterrichtsorganisation, Unterrichtskosten und Instrumentenbeschaffung. Aber das interessiert Kevin nicht so sehr. Kevin möchte Horn lernen. Auf diesem Instrument hat er schon einen richtigen Ton rausbekommen und Marie, die ihm gezeigt hat, wie er in das Horn reinblasen muss, hat gesagt, das wäre gar nicht so einfach. Kevin ist mächtig stolz! Kevins Freund Jan Sportsmann hat keinen so schönen Ton auf dem Horn rausbekommen. Er hat ja auch nicht Blockflötenspielen gelernt, denkt sich Kevin. Dafür war Jan schon ganz gut auf der Klarinette. Britta hat gemeint, Jan hätte einen „Klarinettenansatz“. Kevin weiß nicht genau, was das ist, aber er freut ich, dass Jan jetzt auch Musik machen wird.

Der kleine Paul ist ganz aufgeregt. Er hat nämlich seinen Freund Manuel gesehen und der hat ihm gesagt, wie das große Instrument heißt, das Paul lernen will „TUBA“. Als Paul das seiner Mutter erzählt, lacht die und meint, da wäre das Instrument ja größer als das Kind. Paul ärgert sich, denn immerhin ist er gar nicht mehr so klein.

Ein Jahr später spielen Kevin, Jan und die anderen Kinder, die mit ihnen angefangen haben, ein Instrument zu spielen, schon im Anfängerorchester. Das macht viel Spaß, auch wenn Kevin am Anfang Angst hatte, die anderen würden ihn auslachen, wenn er Fehler macht. Das machen die nicht, denn erstens müssen alle noch viel lernen und zweitens ist ja auch Herr Falk da, der schon aufpasst.

Kevin ist jetzt zwar schon eine „alter“ Musiker, aber trotzdem geht er mit Ina und dem kleinen Paul ein Jahr später zur diesjährigen Instrumentenvorstellung des Musikvereins. Ina weiß noch nicht genau, was sie spielen will, aber irgendwas wird sie spielen, und wenn es nur ist, damit Kevin nicht mehr so angeben kann, wenn er von halben und ganzen Noten, dem hohen C oder dem Stimmzug erzählt. Der kleine Paul weiß ganz genau, was er spielen will: TUBA. Manuel hat den kleinen Paul auf dem Maifest auch schon mal in die Tuba reinblasen lassen. Das war toll! Pauls Mutter ist entsetzt. So ein kleines Kind und so ein großes Instrument! Da hat der kleine Paul seiner Mama aber bewiesen, was für tolle Töne er schon auf der Tuba spielen kann! Und Pauls Vater? Der überlegt schon, wie er am besten einen Leiterwagen bastelt, mit dem Paul seine Tuba transportieren kann.

Viele Jahre später

Kevin Musicus, Ina Trompete und der kleine Paul, der inzwischen gar nicht mehr klein ist, machen immer noch Musik beim Musikverein Freudenstein. Sie haben viel geübt und alle angebotenen Kurse mitgemacht, so dass sie zwischenzeitlich selbst Unterricht beim Musikverein geben können. Kevin kann inzwischen nicht nur Horn, sondern auch Posaune spielen. Ina hat zuerst Klarinette gelernt und ist dann auf Fagott umgestiegen. Und Paul? Der spielt immer noch Tuba. Sogar seinen Wehrdienst hat er als Tubist einer Bundeswehrkapelle abgeleistet. Und auf dem letzten Maifest hat er die kleine Lea kennengelernt. Sie hat ihm erzählt, dass sie, wenn sie mal groß ist, das allergrößte Instrument spielen wird, das es beim Musikverein gibt ….

Zeichnung: Silvia Hätscher, Text: Anja Weber, Erstellt: 2003 anläßlich des MVF-Jugendfestivals zur Einweihung des „Alten Rathauses“ in Diefenbach.